Soziologie ist eine relativ junge Wissenschaft über die Gesellschaft als ganzheitliches System und die einzelnen sozialen Institutionen, über soziale Gruppen und Gemeinschaften, über die Beziehungen zwischen der Person und der Gesellschaft, über die Sozialprozesse und die Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Massenverhaltens.
Die Versuche, das Sozialleben zu erklären, entstanden schon in der Antike und setzten sich in der Philosophie des frühen und späten Mittelalters fort, bis in der Mitte des 19. Jahrhunderts Auguste Comte eine universelle Wissenschaft von der Gesellschaft begründete und den Terminus „Soziologie“ einführte. Bis heute aber bleibt die Frage nach dem Gegenstand dieser Wissenschaft diskutabel und es gibt keine gemeinsame Definition, mit der alle Vertreter dieser Disziplin einverstanden sind. Das ist mit folgenden Gründen verbunden: Die theoretische soziologische Gesellschaftsforschung schwankt wegen der schnellen Änderungen im sozialen Leben im Laufe der letzten 150 Jahre.
Die Formänderung der Gesellschaftsordnung, der sozialen Institutionen und sozialen Bedürfnisse beeinflussten die Forschungsrichtungen, was notwendig machte, ab und zu den Gegenstand der Soziologie zu präzisieren.
Das Hauptziel der Soziologie besteht in der Analyse der Sozialbeziehungen, die sich im Prozess der sozialen Interaktion entwickeln. Dafür werden Methoden verwendet wie: Beobachtung, Experiment, Meinungsumfrage, Interview, Fragebogen, Statistik und andere. Auf diese Art wird Soziologie als theoretische und empirische klassifiziert. Theoretische Soziologie ist die objektive wissenschaftliche Erforschung der Gesellschaft; empirische oder angewandte Soziologie ist die Gesamtheit der methodischen und technischen Verfahren für die Sammlung der primären soziologischen Information. Soziologie wird auch in Makro- und Mikrosoziologie unterteilt. Die erste beschäftigt sich mit Fundamentalkonzeptionen der gesellschaftlichen Entwicklung; erforscht solche Sozialgruppen wie: Familie, Nation, Staat, Alters-, Studien- und Arbeitsgruppen, die Gesetzmäßigkeiten ihrer Bildung, Entwicklung und Funktionsweise. Die zweite untersucht Verhalten, Verkehr und Kommunikation der Menschen im alltäglichen Leben, ihre Motive, Normen und Regeln, die ihrerseits Stabilität und revolutionäre oder evolutionäre Änderungen in der Gesellschaft bestimmen; sie versucht auch die gesellschaftliche Haltung und Meinung zu den gegenwärtigen Fragen und Problemen dieser Gesellschaft festzustellen.
Der Schlüsselbegriff der Soziologie ist der Terminus „sozial“, der sich vom lateinischen Wort socialis – „gemeinsam, kollegial, gemeinschaftlich“ ableitet. Ursprünglich entstand dieses Fachwort als Bezeichnung solcher prinzipiell neuen Erscheinungen, die nur für den Menschen charakteristisch waren und in den menschlichen Verbänden vorkamen. Die Sozialverbindung ist die wichtigste Voraussetzung für das Vorhandensein des gesellschaftlichen Lebens, weil ohne sie die Selbsterhaltung und das Überleben des Menschen nicht möglich wären. In der wissenschaftlichen Literatur wird der Begriff „sozial“ in zwei Fassungen gebraucht: im erweiterten Sinne – als Synonym zu „gesellschaftlich“ im Unterschied zu „natürlich“ und im engeren Sinne – als ein Teil des Gesellschaftlichen, gemeinsam mit den politischen, wirtschaftlichen u. a. Seiten des Gesellschaftslebens.