Etymologisch gesehen ist der Begriff “Soziologie” ein Kunstwort, das aus dem lateinischen Wort “socius”, das übersetzt gemeinsam oder verbündet heißt und dem griechischen Wort “logos”, das so viel wie Denkkraft oder sprachliche Darstellung bedeutet, zusammengesetzt ist. Im übertragenen Sinne kann man somit sagen, dass die Soziologie die Wissenschaft vom Zusammenleben der Menschen ist. Zuerst benutzt wurde das Kunstwort “Soziologie” zu Beginn des 19. Jahrhunderts von dem Franzosen Auguste Comte, der als der erste Soziologe schlechthin gilt. Auch um bei den anderen Fachbereichen wie den Naturwissenschaften Anerkennung zu finden, war es das Ziel Comtes, in der neuen Wissenschaftsdisziplin das Zusammenleben und das aufeinander bezogene Handeln von Menschen, die sogenannten Interaktionen, mit empirischen Methoden zu untersuchen. Die soziale Wirklichkeit, in der die Individuen leben, ist der Gegenstand der Soziologie. Die Informationen, die die Soziologie über die soziale Wirklichkeit erhält, müssen streng nach den Regeln der rational-logischen Argumentation betrachtet werden.
Die Soziologie ist eine noch recht junge Wissenschaft. Im Alltag begegnet man Soziologen nicht annähernd so häufig, wie Vertretern anderer Berufsgruppen wie etwa Ärzten oder Rechtsanwälten. Bei Letzteren verbindet sich die Nennung der Berufsbezeichnung direkt mit der Vorstellung ihrer Tätigkeit. Bei Soziologen ist dies eher nicht der Fall, vielen Menschen ist unklar, welche Aufgabenstellungen Soziologen haben und was die Wissenschaft Soziologie eigentlich beinhaltet. Im Wesentlichen kann festgehalten werden, dass die Soziologie die Interaktionen von Individuen innerhalb einer Gesellschaft und die daraus resultierenden Ergebnisse und Effekte als Untersuchungsgegenstand hat. Des Weiteren werden die Gesellschaften, die die Menschen miteinander bilden, in einem ständigen Prozess der Veränderung gesehen. Diese soziale Dynamik wird von der Soziologie ebenso untersucht wie gesellschaftliche Unterschiede und soziale Ungleichheit.
Da Gesellschaften sich ständig prozesshaft verändern, ist die Soziologie hier in einer Forschungslage, deren Ende nicht gesetzt werden kann. Die Beschaffung der Informationen über die soziale Wirklichkeit, in der die Menschen leben, ist jedoch kein Selbstzweck und verfolgt nicht nur rein dokumentatorische Absichten. Die Zielsetzung ist hier, auffällige soziale Phänomene und deren wahrscheinliche Entstehungsbedingungen zu erfassen und zu beschreiben, sodass Aussagen über soziale Regelmäßigkeiten getroffen werden können.
Soziologen, die hauptberuflich in diesem Wissenschaftsfeld arbeiten, findet man beispielsweise in sozialwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, an den Universitäten, in beratender und leitender Funktion in der Wirtschaft wie etwa in der Betriebsorganisation oder im Personalmanagement. Auch in der Politik sind Soziologen häufig anzutreffen wie beispielsweise in der Parteiorganisation oder Politikberatung.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Berufsfelder, in denen Soziologen mit ihrem Fachwissen begehrt