Verschiedene Führungsmethoden in der Wirtschaft

Die Führungsmethoden in der Wirtschaft ergeben sich aus zwei Grundlagen: dem betrieblichen System, in welchem sie durchgeführt werden und das mehr oder weniger starke Hierarchien aufweist, und der Persönlichkeit des Managers selbst. Es haben sich einige anerkannte Prinzipien herauskristallisiert.

Das betriebliche System

In Unternehmen, die über sehr flache Hierarchien verfügen, findet Führung oft unterschwellig und sehr dezent statt. Das können kleine, junge Unternehmen sein, in denen auch junge Mitarbeiter beschäftigt sind, es können aber auch Unternehmen mit einem hohen Anteil an freien Mitarbeitern sein, weil die betriebliche Struktur mit einer sehr wechselnden Auftragslage diese Flexibilität erfordert. Freie Mitarbeiter und Beschäftigte eines jungen Unternehmens lassen sich mit starren Anweisungen nur schlecht führen. Die Ergebnisse wären schlecht, die Fluktuation sehr hoch.
In anderen Bereichen der Wirtschaft, in denen allein der Unternehmensgegenstand strenge Regeln erfordert (Kraftwerke, Krankenhäuser, Flughäfen, Industrie), muss straff geführt werden. Ein Abweichen von den Regeln würde großen wirtschaftlichen Schaden, zum Teil die Gefährdung von Personen verursachen. Die Führungsregeln werden hier durch innerbetrieblich Verordnungen festgelegt.

Die Person des führenden Managers

Es gibt wie im Militär auch in der Wirtschaft von Natur aus dominante Führer. In der Wirtschaft finden sich aber oft Personen, die gern Entscheidungen besprechen und den dritten Typen, der Laissez-faire bevorzugt. Zwischen diesen Grundtypen gibt es Mischtypen. Idealerweise befindet sich der Manager in der Wirtschaft in einem Umfeld, das zu seiner Person passt – es ist leichter, das Umfeld zu wechseln als die Person zu ändern. Ein Manager, der gern militärisch straff führt, kann in der Wirtschaft erfolgreich sein, aber er ist in einem Start-up sehr schlecht, in einem Industriebetrieb sehr gut aufgehoben. Ein Manager, der ein Team von Wissenschaftlern oder Kreativen führt, kann mit diesen hochkompetenten Mitarbeitern gern seine Entscheidungen besprechen, und er kann bisweilen auch “die Dinge laufen lassen” (Laissez-faire).

Führungsstile

Es haben sich entsprechend einige Führungsstile bewährt. Beim

Management by objectives
(es wird durch Zielvereinbarung geführt) legen der Manager und die Mitarbeiter Ziele gemeinsam fest, wie die Ziele erreicht werden, bleibt prinzipiell den Mitarbeitern überlassen. Das fördert das kreative Einbringen und kann sehr gute Resultate erzielen.

Decision Rules
Hier wird nach Entscheidungsregeln geführt. Nicht die Entscheidungen werden vom Manager getroffen, sondern die Regeln, nach denen diese getroffen werden müssen, beispielsweise Kooperations- und Kommunikationsregeln oder die Unterordnung von Entscheidungen unter betriebliche Ziele.

Management by Exception
Hier wird das Ausnahmeprinzip angewandt, der Manager greift nur in außerordentlichen Situationen ein.

Delegation
Die Aufgaben werden weitestgehend delegiert, der Manager koordiniert und greift bei Konflikten ein.

Management by Results
Es wird ausschließlich ergebnisorientiert geführt. Die Vorgaben sind klar, wie die Mitarbeiter dorthin gelangen, bleibt ihnen überlassen. Es ähnelt sehr dem Management by objectives, nur dass die Ziele noch konkreter quantifiziert werden: “Ich erwarte im Quartal eine Umsatzsteigerung beim Produkt XY von…”

Die Führung durch Fragen
Der Manager fragt die Mitarbeiter nach anstehenden Problemen und Lösungsvorschlägen, was aus der Richtung des Laissez-faire kommt. Das Konzept ist in sehr kreativen, hochmotivierten Teams anwendbar.

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