Führungmethoden in der Nähmaschinenindustrie

Um Mitarbeiter erfolgreich in betriebliche Prozesse in der Nähmaschinenindustrie einzubinden, bedarf es effizienter Führungsmethoden. Bei diesen handelt es sich nicht um unabänderliche, ewig gültige Regeln. Vielmehr müssen sie sich permanent im betrieblich-soziologische Kontext bewähren und bei gravierenden Veränderung von Gesellschaft oder Industrie modifiziert oder auch völlig neu definiert werden. Führten vor wenigen Jahre gerade in der Nähmaschinenindustrie klar ausgeprägte Hierarchien mit vielen Leitungsebenen zu autoritären Führungsmethoden, hat sich das heute grundlegend gewandelt. Partnerschaftliches Miteinander, fairer Umgang mit Untergebenen, Motivation und das Setzen von Leistungsanreizen stellen in modernen Industrie Betrieben das Führungsinstrumentarium dar.

Der kooperative Führungsstil entspricht weitestgehend diesen Vorgaben. Statt Untergebenen lediglich Anweisungen zu geben und diese auch mit Druckmitteln durchzusetzen, bindet der Vorgesetzte die zu führenden Mitarbeiter bereits in den Entscheidungsprozess mit ein. Dies bewirkt zum einen, dass mehr Ideen und Kreativität berücksichtigt werden können und eine Minimierung des Risikos von Fehlentscheidungen zu verzeichnen ist. Auf der anderen Seite stößt dieser Führungsstil immer dann an seine Grenzen, wenn Entscheidungen sehr schnell getroffen oder unpopuläre Maßnahmen, wie zum Beispiel Entlassungen oder ein Verzicht auf Lohnerhöhungen, beschlossen werden müssen. Die Mitarbeiter nehmen den kooperativen Führungsstil im günstigsten Fall als angemessene Berücksichtigung ihrer Leistungen und Auffassungen bei den betrieblichen Entscheidungen wahr. Doch gerade weniger gut ausgebildete Arbeitskräfte mit einfachen Aufgaben empfinden kooperative Führungsmethoden oft auch als Überforderung. Sie möchten ihrer Tätigkeit nachgehen, ohne sich weiter über das Unternehmen oder ihre Abteilung Gedanken machen zu müssen. Sie bevorzugen klare Anweisungen der ihnen hierarchisch Vorgesetzten. Soziologisch gesehen entspricht der kooperative Führungsstil dem Selbstverständnis der Bürger in einer offenen, modernen und demokratischen Gesellschaft.

Der situative Führungsstil greift dies auf und propagiert, dass je nach zu bewältigender Situation Führungsmethoden der verschiedenen Schulen angewandt werden. So ist zum Beispiel die Entscheidung über Einstellungen von Nähmaschinenindustrie Arbeitern von der Geschäftsführung zusammen mit den Abteilungsleitern kooperativ zu treffen. Andererseits bieten sich für die Durchsetzung neuer Akkordnormen durch Gruppenleiter eher traditionell-hierarchische Führungsmethoden an. Auch in Hinsicht auf den demographischen Wandel und den mit ihm verbundenen Fachkräftemangel in der Nähmaschinenindustrie wird eine weitere Veränderung der Führungsmethoden erforderlich. Mehr Mitarbeiterorientierung, die Eröffnung von Aufstiegs- und Karrierechancen auf allen betrieblichen Ebenen werden ebenso gefordert sein, wie die noch größere Berücksichtigung der individuellen Erwartungen an das Unternehmen.

Verschiedene Führungsmethoden in der Wirtschaft

Die Führungsmethoden in der Wirtschaft ergeben sich aus zwei Grundlagen: dem betrieblichen System, in welchem sie durchgeführt werden und das mehr oder weniger starke Hierarchien aufweist, und der Persönlichkeit des Managers selbst. Es haben sich einige anerkannte Prinzipien herauskristallisiert.

Das betriebliche System

In Unternehmen, die über sehr flache Hierarchien verfügen, findet Führung oft unterschwellig und sehr dezent statt. Das können kleine, junge Unternehmen sein, in denen auch junge Mitarbeiter beschäftigt sind, es können aber auch Unternehmen mit einem hohen Anteil an freien Mitarbeitern sein, weil die betriebliche Struktur mit einer sehr wechselnden Auftragslage diese Flexibilität erfordert. Freie Mitarbeiter und Beschäftigte eines jungen Unternehmens lassen sich mit starren Anweisungen nur schlecht führen. Die Ergebnisse wären schlecht, die Fluktuation sehr hoch.
In anderen Bereichen der Wirtschaft, in denen allein der Unternehmensgegenstand strenge Regeln erfordert (Kraftwerke, Krankenhäuser, Flughäfen, Industrie), muss straff geführt werden. Ein Abweichen von den Regeln würde großen wirtschaftlichen Schaden, zum Teil die Gefährdung von Personen verursachen. Die Führungsregeln werden hier durch innerbetrieblich Verordnungen festgelegt.

Die Person des führenden Managers

Es gibt wie im Militär auch in der Wirtschaft von Natur aus dominante Führer. In der Wirtschaft finden sich aber oft Personen, die gern Entscheidungen besprechen und den dritten Typen, der Laissez-faire bevorzugt. Zwischen diesen Grundtypen gibt es Mischtypen. Idealerweise befindet sich der Manager in der Wirtschaft in einem Umfeld, das zu seiner Person passt – es ist leichter, das Umfeld zu wechseln als die Person zu ändern. Ein Manager, der gern militärisch straff führt, kann in der Wirtschaft erfolgreich sein, aber er ist in einem Start-up sehr schlecht, in einem Industriebetrieb sehr gut aufgehoben. Ein Manager, der ein Team von Wissenschaftlern oder Kreativen führt, kann mit diesen hochkompetenten Mitarbeitern gern seine Entscheidungen besprechen, und er kann bisweilen auch “die Dinge laufen lassen” (Laissez-faire).

Führungsstile

Es haben sich entsprechend einige Führungsstile bewährt. Beim

Management by objectives
(es wird durch Zielvereinbarung geführt) legen der Manager und die Mitarbeiter Ziele gemeinsam fest, wie die Ziele erreicht werden, bleibt prinzipiell den Mitarbeitern überlassen. Das fördert das kreative Einbringen und kann sehr gute Resultate erzielen.

Decision Rules
Hier wird nach Entscheidungsregeln geführt. Nicht die Entscheidungen werden vom Manager getroffen, sondern die Regeln, nach denen diese getroffen werden müssen, beispielsweise Kooperations- und Kommunikationsregeln oder die Unterordnung von Entscheidungen unter betriebliche Ziele.

Management by Exception
Hier wird das Ausnahmeprinzip angewandt, der Manager greift nur in außerordentlichen Situationen ein.

Delegation
Die Aufgaben werden weitestgehend delegiert, der Manager koordiniert und greift bei Konflikten ein.

Management by Results
Es wird ausschließlich ergebnisorientiert geführt. Die Vorgaben sind klar, wie die Mitarbeiter dorthin gelangen, bleibt ihnen überlassen. Es ähnelt sehr dem Management by objectives, nur dass die Ziele noch konkreter quantifiziert werden: “Ich erwarte im Quartal eine Umsatzsteigerung beim Produkt XY von…”

Die Führung durch Fragen
Der Manager fragt die Mitarbeiter nach anstehenden Problemen und Lösungsvorschlägen, was aus der Richtung des Laissez-faire kommt. Das Konzept ist in sehr kreativen, hochmotivierten Teams anwendbar.

Ernährung und die Auswirkungen auf den Menschen

Von innen kommt wahre Schönheit – zwar ist die Weisheit alt, hat dennoch aber einen gewissen Wahrheitsgehalt. Mit Make-Up und Pflegeprodukten kann man gutes Aussehen unterstützen, nicht aber neu erschaffen. Gesund sein muss, wer schön sein will, denn die Evolution sieht es vor, dass nur der Mensch das schön findet, was nicht krank ist. Auf Nahrungsergänzung, die als Nutrikosmetik bekannt ist, setzen deswegen viele Frauen und Männer, um von innen ihre Schönheit kommen zu lassen. Man muss klar zwischen Nutrikosmetik und Abnehmmittel unterscheiden: Geht es bei ersteren um die Schönheitsaspekte, so geht es bei Diäten um Gewichtsreduktion (meist aus gesundheitlichen Aspekten).

Über den Sinn solcher Nutrikosmetik kann man nicht eine pauschale Aussage fällen. Wirkstoffe enthalten einige Präparate, die tatsächlich dem Menschen helfen können, gesünder und damit schöner zu wirken. Zugrunde liegt eine wissenschaftliche Grundlage allen Nutrikosmetika. Von weitaus mehr Faktoren als der Zusammensetzung des Präparats hängt allerdings die Wirksamkeit ab.

Nahrungsergänzungsmittel werden häufig angeboten, die die Haut vorbereiten sollen auf Sonnenbäder. Antioxidantien enthalten sie, die die Haut vor Lichtschäden schützen. Ein chemischer Prozess steckt dahinter, der begünstigen kann eine vorzeitige Hautalterung. Auf einem Symposium im Jahre 2007 bestätigte Professor Dr. Wilhelm Stahl vom Institut für Biochemie und Molekularbiologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die Wirksamkeit solcher Nutrikosmetika – die Haut vor der schädlichen Wirkung der Sonneneinstrahlung zu schützen, helfen sie tatsächlich dabei.
Nur, wenn man in geregeltem Maße in der Sonne liegt, entfalten sie allerdings ihre Wirksamkeit.
Ein Muss ist nach wie vor Sonnenmilch, und man darf sich trotz des Nahrungsergänzungsmittels nicht stundenlang den Strahlen aussetzen.

Schönere Haare und Nägel versprechen andere Nutrikosmetika. Viele Menschen sprechen sie damit an, die unzufrieden sind mit der Qualität der verhornten Körperteile. Biotin oder Vitamin A enthalten oft die Präparate und wirken sich gegen Wachstumsprobleme, altersbedingte Verfärbung oder geringe Stabilität gegen Spliss und Abbruch aus. Auf demselben Symposium bestätigte die Wirkung solcher Präparate Professor Dr. Ulrike Blume-Peytavi von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Berliner Universitätsklinikum Charité. Es ist allerdings wichtig, regelmäßig die Nutrikosmetika einzunehmen. Erste Verbesserungen zeigen sich erst nach einigen Monaten. Das Haar- und Nagelwachstum allerdings hat auch mit genetischen Gegebenheiten zu tun, sodass sich nicht in jedem Fall Nahrungsergänzungsmittel zufriedenstellend auswirken müssen.

Präparate, die den Menschen mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen, sind in jedem Fall hilfreich. Häufig gehen diese beim Kochen verloren oder sind gar nicht enthalten in den beliebten Fertigprodukten.nur als Ergänzung zur gesunden Nahrung sollten Allerdings auch Vitaminpräparate angesehen werden – denn für die Schönheit am hilfreichsten sind Nährstoffe, die aus natürlicher Quelle kommen.

Was bringt Soziologie heute?

Etymologisch gesehen ist der Begriff “Soziologie” ein Kunstwort, das aus dem lateinischen Wort “socius”, das übersetzt gemeinsam oder verbündet heißt und dem griechischen Wort “logos”, das so viel wie Denkkraft oder sprachliche Darstellung bedeutet, zusammengesetzt ist. Im übertragenen Sinne kann man somit sagen, dass die Soziologie die Wissenschaft vom Zusammenleben der Menschen ist. Zuerst benutzt wurde das Kunstwort “Soziologie” zu Beginn des 19. Jahrhunderts von dem Franzosen Auguste Comte, der als der erste Soziologe schlechthin gilt. Auch um bei den anderen Fachbereichen wie den Naturwissenschaften Anerkennung zu finden, war es das Ziel Comtes, in der neuen Wissenschaftsdisziplin das Zusammenleben und das aufeinander bezogene Handeln von Menschen, die sogenannten Interaktionen, mit empirischen Methoden zu untersuchen. Die soziale Wirklichkeit, in der die Individuen leben, ist der Gegenstand der Soziologie. Die Informationen, die die Soziologie über die soziale Wirklichkeit erhält, müssen streng nach den Regeln der rational-logischen Argumentation betrachtet werden.

Die Soziologie ist eine noch recht junge Wissenschaft. Im Alltag begegnet man Soziologen nicht annähernd so häufig, wie Vertretern anderer Berufsgruppen wie etwa Ärzten oder Rechtsanwälten. Bei Letzteren verbindet sich die Nennung der Berufsbezeichnung direkt mit der Vorstellung ihrer Tätigkeit. Bei Soziologen ist dies eher nicht der Fall, vielen Menschen ist unklar, welche Aufgabenstellungen Soziologen haben und was die Wissenschaft Soziologie eigentlich beinhaltet. Im Wesentlichen kann festgehalten werden, dass die Soziologie die Interaktionen von Individuen innerhalb einer Gesellschaft und die daraus resultierenden Ergebnisse und Effekte als Untersuchungsgegenstand hat. Des Weiteren werden die Gesellschaften, die die Menschen miteinander bilden, in einem ständigen Prozess der Veränderung gesehen. Diese soziale Dynamik wird von der Soziologie ebenso untersucht wie gesellschaftliche Unterschiede und soziale Ungleichheit.

Da Gesellschaften sich ständig prozesshaft verändern, ist die Soziologie hier in einer Forschungslage, deren Ende nicht gesetzt werden kann. Die Beschaffung der Informationen über die soziale Wirklichkeit, in der die Menschen leben, ist jedoch kein Selbstzweck und verfolgt nicht nur rein dokumentatorische Absichten. Die Zielsetzung ist hier, auffällige soziale Phänomene und deren wahrscheinliche Entstehungsbedingungen zu erfassen und zu beschreiben, sodass Aussagen über soziale Regelmäßigkeiten getroffen werden können.

Soziologen, die hauptberuflich in diesem Wissenschaftsfeld arbeiten, findet man beispielsweise in sozialwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, an den Universitäten, in beratender und leitender Funktion in der Wirtschaft wie etwa in der Betriebsorganisation oder im Personalmanagement. Auch in der Politik sind Soziologen häufig anzutreffen wie beispielsweise in der Parteiorganisation oder Politikberatung.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Berufsfelder, in denen Soziologen mit ihrem Fachwissen begehrt

Die Geschichte der Soziologie – ein Überblick über die großen Trends

Der Begriff “Soziologie” wurde erstmals von dem französischen Essayisten Emmanuel Joseph Sieyès (1748–1836) verwendet.

Begründung der Soziologie als wissenschaftliche Disziplin

Als “Vater der Soziologie” wird allgemein der Franzose Auguste Comte (1798-1857) betrachtet. Unter “Soziologie” verstand Comte die Wissenschaft der menschlichen Gesellschaft. Aufgabe der Soziologie war es seiner Meinung nach, gesellschaftliche Prozesse zu analysieren, um ihre Gesetzmäßigkeiten zu verstehen und so gesellschaftliche Probleme identifizieren und schließlich lösen zu können. Comte war davon überzeugt, dass die Gesellschaft nach einigen wenigen allgemein gültigen Gesetzen funktioniere, und letztlich nichts anderes sei als eine “Naturwissenschaft des Sozialen”.

Der wissenschaftliche Ansatz der frühen Soziologen war, der Soziologie Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens zu Grunde zu legen, wie sie auch in den Naturwissenschaften gelten, wobei insbesondere der Empirie eine besondere Bedeutung zukommen sollte. Dieser “Positivismus”, der zuerst von Émile Durkheim als Methode propagiert wurde, war in der Frühphase der Soziologie bestimmend.

Positivismus und Antipositivismus

Kritisiert wurde der Positivismus Durkheimers vor allem von Marx, der – auf der Hegelschen Dialektik aufbauend – eine kritische Analyse der empirisch gewonnenen Daten forderte. Wilhelm Dilthey und Heinrich Rickert kritisierten eine zu enge Anlehnung an die Methodik der Naturwissenschaften, denn die soziale Welt unterscheide sich von der natürlichen Welt, und könne durch eine bloße Übernahme naturwissenschaftlicher Methoden nicht beschrieben und analysiert werden.

Die Kritik am Positivismus mündete schließlich im Antipositivismus, der die Erforschung gesellschaftlicher Normen, Werte, Symbol in den Vordergrund stellte und dabei – im Gegensatz zu den Positivisten – auf eine “subjektive”, die handelnden Subjekte in den Vordergrund stellende Perspektive setzte, und nicht die Auswertung objektiv messbarer Daten. Entwickelt und maßgeblich geprägt wurde der Antipositivismus um die Wende zum 20. Jahrhundert herum vor allem durch Max Weber, Ferdinand Tönnies und Georg Simmel.

Kritische Theorie, Postmodernismus, Globalisierungsforschung

Nach dem ersten Weltkrieg begann die Herausbildung soziologischer Spezialdisziplinen und Schulen, die bis heute anhält. Eines der frühesten Beispiel für diese Entwicklung waren in der Zwischenkriegszeit die einflussreichen Chicagoer Schule und die Frankfurter Schule, wobei die einflussreiche Kritische Theorie der Frankfurter Schule (Adorno, Horkheimer) Elemente des historischen Materialismus Karl Marx’ mit den Lehren Webers, Freuds und Gramscis verband.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Krieg kann es – vor allem in den USA – zu einer neuen Blüte der Soziologie, da soziologische Forschungsergebnisse zunehmend von Regierungen und Unternehmen herangezogen wurden. Die wichtigste soziologische Schule der 1960er und 1970er Jahre war der Postmodernismus, der sich vor allem mit der Frage nach der Identität in einer Zeit der Auflösung sozialer Großstrukturen beschäftigte.

In den 1980er Jahren gewann vor allem die Kommunikations- und Globalisierungsforschung an Bedeutung.
Großes Gewicht besaßen bis zum Ende des 20. Jahrhunderts auch Systemtheoretiker wie vor allem Niklas Luhmann.

Seit den 1990er Jahren gibt es eine Renaissance positivistischer Ansätze, nicht zuletzt in der Analyse sozialer Netzwerke.

Was ist Soziologie?

Soziologie ist eine relativ junge Wissenschaft über die Gesellschaft als ganzheitliches System und die einzelnen sozialen Institutionen, über soziale Gruppen und Gemeinschaften, über die Beziehungen zwischen der Person und der Gesellschaft, über die Sozialprozesse und die Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Massenverhaltens.

Die Versuche, das Sozialleben zu erklären, entstanden schon in der Antike und setzten sich in der Philosophie des frühen und späten Mittelalters fort, bis in der Mitte des 19. Jahrhunderts Auguste Comte eine universelle Wissenschaft von der Gesellschaft begründete und den Terminus „Soziologie“ einführte. Bis heute aber bleibt die Frage nach dem Gegenstand dieser Wissenschaft diskutabel und es gibt keine gemeinsame Definition, mit der alle Vertreter dieser Disziplin einverstanden sind. Das ist mit folgenden Gründen verbunden: Die theoretische soziologische Gesellschaftsforschung schwankt wegen der schnellen Änderungen im sozialen Leben im Laufe der letzten 150 Jahre.

Die Formänderung der Gesellschaftsordnung, der sozialen Institutionen und sozialen Bedürfnisse beeinflussten die Forschungsrichtungen, was notwendig machte, ab und zu den Gegenstand der Soziologie zu präzisieren.

Das Hauptziel der Soziologie besteht in der Analyse der Sozialbeziehungen, die sich im Prozess der sozialen Interaktion entwickeln. Dafür werden Methoden verwendet wie: Beobachtung, Experiment, Meinungsumfrage, Interview, Fragebogen, Statistik und andere. Auf diese Art wird Soziologie als theoretische und empirische klassifiziert. Theoretische Soziologie ist die objektive wissenschaftliche Erforschung der Gesellschaft; empirische oder angewandte Soziologie ist die Gesamtheit der methodischen und technischen Verfahren für die Sammlung der primären soziologischen Information. Soziologie wird auch in Makro- und Mikrosoziologie unterteilt. Die erste beschäftigt sich mit Fundamentalkonzeptionen der gesellschaftlichen Entwicklung; erforscht solche Sozialgruppen wie: Familie, Nation, Staat, Alters-, Studien- und Arbeitsgruppen, die Gesetzmäßigkeiten ihrer Bildung, Entwicklung und Funktionsweise. Die zweite untersucht Verhalten, Verkehr und Kommunikation der Menschen im alltäglichen Leben, ihre Motive, Normen und Regeln, die ihrerseits Stabilität und revolutionäre oder evolutionäre Änderungen in der Gesellschaft bestimmen; sie versucht auch die gesellschaftliche Haltung und Meinung zu den gegenwärtigen Fragen und Problemen dieser Gesellschaft festzustellen.

Der Schlüsselbegriff der Soziologie ist der Terminus „sozial“, der sich vom lateinischen Wort socialis – „gemeinsam, kollegial, gemeinschaftlich“ ableitet. Ursprünglich entstand dieses Fachwort als Bezeichnung solcher prinzipiell neuen Erscheinungen, die nur für den Menschen charakteristisch waren und in den menschlichen Verbänden vorkamen. Die Sozialverbindung ist die wichtigste Voraussetzung für das Vorhandensein des gesellschaftlichen Lebens, weil ohne sie die Selbsterhaltung und das Überleben des Menschen nicht möglich wären. In der wissenschaftlichen Literatur wird der Begriff „sozial“ in zwei Fassungen gebraucht: im erweiterten Sinne – als Synonym zu „gesellschaftlich“ im Unterschied zu „natürlich“ und im engeren Sinne – als ein Teil des Gesellschaftlichen, gemeinsam mit den politischen, wirtschaftlichen u. a. Seiten des Gesellschaftslebens.

Wo kann man Soziologie studieren?

Das Studium der Soziologie ist in Deutschland nicht durch einen verbindlichen Lehrplan geregelt. Studenten der Soziologie haben daher meist die Möglichkeit, ihr Studium auf unterschiedliche Art zu organisieren und dabei selbst Schwerpunkte auszuwählen. Deshalb ist man gut beraten, sich über die verschiedenen Studienangebote genau zu informieren, bevor man sich für einen Studiengang entscheidet.

Als alleiniges Fach kann Soziologie an 21 deutschen Universitäten in fast allen Bundesländern bis auf das Saarland studiert werden (siehe unten), darunter auch als Fernstudiengang der Fernuni Hagen. Die Studiengänge führen nach drei Jahren zum Bachelor-Abschluss. Anschließend kann in weiteren zwei Jahren Studium der Master abgelegt werden. Dies ist unumgänglich, wenn eine Stelle in der Forschung angestrebt wird. Da der Bachelor-Abschluss bei vielen Personalern jedoch eher schlecht akzeptiert ist, ist das anschließende Master-Studium oft auch in der freien Wirtschaft von großem Nutzen.

Eine Besonderheit unter den Soziologie-Studiengängen in Deutschland ist das Doppelstudium an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, wo in Kooperation mit der Université de Bourgogne der Deutsch-Französische Doppelabschluss Magister/ Master angeboten wird. Dies ist gleichzeitig einer der letzten Magister-Studiengänge der Soziologie. Magister-Abschlüsse in Soziologie kann man sonst noch an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie an der Ludwig-Maximilians-Universität München erwerben.

Im Rahmen des Zweifach-Bachelor of Arts (2-Fächer-Bachelor), bzw. Master besteht die Möglichkeit, Soziologie in Kombination mit einem weiteren Fach zu studieren. Beide Fächer sind im Studium zu gleichen Anteilen vertreten. Dabei stehen je nach Studienort verschiedene Fächer zur Kombination mit Soziologie zur Verfügung, von Geschlechterforschung bis zur Physik. Meist kann ein drittes Fach als Nebenfach dazu gewählt werden. An der Universität Stuttgart ist dabei ein deutsch-französischer Doppelabschluss (Bachelor, Master) möglich.
Soziologie kann in vielen Studiengängen als Nebenfach belegt werden, darunter Studiengänge aus Bereichen wie Sprach-, Kultur-, Wirtschafts- oder Naturwissenschaften. Auch im Lehramtstudium wird Soziologie oft als Nebenfach gewählt.
Daneben sind soziologische Fächer in viele geisteswissenschaftliche Studiengänge integriert.

Mit dem Master oder Magister steht dann die Promotion offen. In einem Promotionsstudiengang in Soziologie von sechs Semestern kann man an der Graduate School of Sociology in Münster den Doktortitel in Philosophie (Dr. phil.) erreichen.

Soziologie als alleiniger Studiengang kann in Deutschland an folgenden Universitäten studiert werden:

Bachelor-Studiengang
Fernuniversität in Hagen
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Universität Bielefeld
Universität Bremen
Technische Universität Chemnitz
Universität Duisburg-Essen
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Universität Mannheim

Master-Studiengang
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universität Erfurt
Universität Bielefeld
Technische Universität Chemnitz
Universität Duisburg-Essen
Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg
Universität Hamburg
Friedrich Schiller Universität Jena
Universität Leipzig
Universität Mannheim
Philipps-Universität Marburg
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universität Potsdam
Universität Rostock
Technische Universität Berlin
Universität Bremen
Freie Universität Berlin
Fernuniversität in Hagen

Angewandte Soziologie im Überblick

Schon Max Weber (1864 – 1920), der in Deutschland den Begriff der Soziologie prägte, bezeichnete soziales Handeln als den Gegenstand, den die Wissenschaft der Soziologie erklären will. Soziales Handeln hat den Sinn, sich an anderen Menschen und der Interaktion des Handelnden mit diesen zu orientieren. Das kann im positiven wie negativen Sinne geschehen. Der Begriff “asozial” wird daher häufig falsch verwendet, wenn er ein als sozial unangepasst empfundenes Verhalten beschreibt, das in Wahrheit der Provokation der Umwelt dient. Wirkliche Asozialität kümmert sich nicht um die sozialen Folgen des eigenen Verhaltens und tritt im Grunde nur bei autistischen Personen auf.

Die sozialen Idealtypen nach Max Weber

Diese Idealtypen sollen nach M.Weber zweckrational, wertrational, affektuell und/oder traditionell handeln. Natürlich entstehen grundsätzlich Mischtypen, wenn auch bei manchen Figuren der Zeitgeschichte der eine oder andere Aspekt stark im Vordergrund steht. Man kann also grundsätzlich davon ausgehen, dass Menschen sich in soziologischer Hinsicht eher zweckmäßig oder werteorientiert, affektiv oder traditionell verhalten, und das ist ständig zu beobachten – bei jedem einzelnen Menschen zu verschiedenen Tageszeiten. Der grundlegende Gedanke nach Weber ist, dass soziales Verhalten einen Sinn hat, wie er auch immer begründet wird, dass dieser Sinn aufzufinden und damit zu erklären ist, dass somit auch künftige Geschehnisse in gewisser Weise zu prognostizieren sind. Das ist eine tröstliche Auffassung, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Webers Theorie postuliert auch, dass sich Menschen in sozialer Hinsicht grundsätzlich verstehen können, und sei es durch universelle Codes der Mimik wie zum Beispiel das Lächeln. Das ist durch moderne Forschungen übrigens bestätigt worden. Infrage steht heutzutage jedoch, ob sie über das gegenseitige Verständnis hinaus ihr Handeln im wechselseitigen Interesse ausrichten. Diese Hoffnung konnte das 19. Jahrhundert haben, bis die Zivilisationstünche in den Katastrophen des 20. und 21. Jahrhunderts abblätterte.

Soziologie heute

Noch immer müht sich die Soziologie, Normen zur ermitteln und zu begründen. Diese Normen sind kulturell bedingt und unterscheiden sich daher, sie unterliegen zudem einem Wandel und können sehr schnell durchbrochen werden. Ein sehr gutes Beispiel ist hierfür die Norm des körperlichen Abstandes zwischen fremden Personen, die sehr stark und intuitiv wirkt, die aber schlagartig im Fall einer Panik (auch einer harmlosen Kaufpanik) durchbrochen wird. Diese Phänomene versucht moderne Soziologie zu erklären, wobei gute Ansätze schon aus den 1920er Jahren stammen (vergl. Sigmund Freud: “Massenpsychologie und Ich-Analyse”, 1921, unter dem Eindruck des 1. Weltkrieges geschrieben). Soziale Skripte sind Vorschriften, das Verhalten betreffend, sie sind aber leider nicht stabil.

Bedeutende Soziologen

Die Soziologie ist eine vergleichsweise junge Wissenschaft. Sie ist in den Bereich der Sozialwissenschaften einzuordnen und erforscht das soziale Verhalten der Menschen in verschiedenen Sozialformen beziehungsweise -gruppen. Sie beschäftigt sich also ganz allgemein gesagt mit den Bedingungen und Ausführungen menschlichen Zusammenlebens, mit der Gesellschaft.

Der Name dieser Wissenschaft leitet sich ab von den lateinischen Begriffen “socius” (= “Gefährte”, “Begleiter”) und “societas” (=”Gemeinschaft”, “Gesellschaft”), sowie vom griechischen Wort “logos” (=”Lehre”).
Die Soziologie ist, wie eingangs erwähnt, eine vergleichsweise junge Wissenschaft und zur Zeit des Epochenwandels hin zur modernen Welt (Ende 18.Jahrhundert bzw. Anfang 19.Jahrhundert) entstanden. Ihre beiden Gründerväter und gleichzeitig zwei ihrer wichtigsten Vertreter sind Émile Durkheim und Max Weber.

Der Franzose Émile Durkheim wurde am 15.April 1858 in Épinal geboren. 1896 erhielt er an der Universität Bordeaux den eigens für ihn geschaffenen Lehrstuhl für Pädagogik und Sozialwissenschaften. Damit war die Soziologie endgültig aus der Taufe gehoben. Im Jahr 1902 wechselte Durkheim nach Paris und lehrte fortan an der berühmten Universität Sorbonne. Die Beschreibung und Deutung soziologischer Tatbestände (“faits sociaux”) erklärte Durkheim zum Gegenstandsbereich der Soziologie. Am Beispiel des Themas Selbstmord wies er beispielsweise 1897 nach, dass mangelnde Integration des Individuums dramatische Folgen haben kann. Er legte damit die Grundlage der empirischen Sozialforschung. Durkheim verstarb im Jahre 1917.

Der zweite Gründervater der Soziologie war der Deutsche Max Weber. Weber wurde 1864 geboren. Ab 1894 war er Professor für Nationalökonomie an der Universität Freiburg. Die selbe Position bekleidete er in der Folge an den Universitäten Heidelberg (ab 1897) und München (ab 1919). Max Weber war Mitbegründer der “Deutschen Gesellschaft für Soziologie”. Sein Hauptwerk “Wirtschaft und Gesellschaf” veröffentlichte er 1921 beziehungsweise 1922. Seine Untersuchungsfelder waren systematische Arbeiten zur politischen Soziologie, zur Entwicklung des Kapitalismus und der Bürokratie, sowie zur Herrschafts- und Rechtssoziologie. Eines seiner bekanntesten Werke mit dem Namen “Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus” wies 1904 einen bedeutenden Zusammenhang von calvinistischer Lebensführung und kapitalistischer Wirtschaftsweise nach. Max Weber verstarb im Jahre 1920. Noch heute sind zahlreiche Straßen und Plätze nach ihm benannt, wie beispielsweise der Münchner Max-Weber-Platz.

Émile Durkheim und Max Weber sind zwei der bedeutendsten Soziologen.
Weitere bedeutende Soziologen waren, der Begründer der formalen Soziologie, Georg Simmel (1858-1918), der Italiener Vilfredo Pareto (1848-1923), der vor allem zu den Themen Ideologiekritik und politischer Systemwechsel arbeitete und der Deutsche Ferdinand Tönnies (1855-1936). Darüber hinaus sind vor allem Thorstein Veblen (1857–1923), W.E.B du Bois (1868-1963) und Gilberto Freyre (1900-1987) zu nennen.
Diese Darstellung ist ein grober Überblick über die lange Liste bedeutender Soziologen und könnte durch viele weitere große Namen erweitert werden.

Zeitgenössische soziologische Ansätze

Die Soziologie erforscht das soziale Verhalten von Menschen, sie ging in der Aufklärung (18. Jahrhundert) aus der Verquickung von Natur- und Geisteswissenschaften hervor und war zunächst sehr stark von philosophischen Strömungen beeinflusst, seit dem 20. Jahrhundert auch von der Psychologie. Zudem gibt und gab es schon immer sehr starke Wechselwirkungen mit den politischen Wissenschaften, da man sich aus soziologischen Erkenntnissen einen hohen Zugewinn hinsichtlich der Konfliktbewältigung zwischen Volks- und Religionsgemeinschaften sowie Staaten erhofft. Einige wichtige Vertreter prägten den Begriff der Soziologie im 19. Jahrhundert, man nennt Auguste Comte (1798 – 1857), Georg Simmel (1858 – 1918) und als wichtigen deutschen Vertreter Max Weber (1864 – 1920).

Die Bedeutung von Soziologie

Als Wissenschaft ist die Soziologie relativ jung, entsprechend vielfältig sind die in ihr vertretenen Theorien und Strömungen. Sie sind jedoch sehr ernst zu nehmen, da wichtige politische Tendenzen sich auf soziologische Betrachtungen zurückführen lassen, auch wenn dies nicht immer explizit genannt wird. Sowohl Päpste wie Johannes Paul II. (beeinflusst von Husserl) als auch Diktatoren wie Hitler oder Stalin haben von entsprechenden Theorien gehört, sich teilweise stark damit auseinandergesetzt und ihr Handeln danach ausgerichtet. Man kann sagen, dass Soziologie die Wissenschaft ist, die am stärksten das menschliche Zusammenleben in all seine Facetten und Konfliktpotenzialen in den Fokus rückt – im Kleinen wie im Großen. Sowohl Lehrer wie Politiker als auch Manager und Militärs sind soziologisch stark interessiert und kommen zumeist früher oder später mit den entsprechenden Theorien in Berührung.

Wichtige zeitgenössische Ansätze

Vertreter des 19. Jahrhunderts wie Max Weber gingen, beeinflusst von Husserl, von der Phänomenologie aus, einem Ansatz, der die Erkenntnis nur aus den gegebenen Erscheinungen, den Phänomenen, bezieht. Die Zusammenhänge zwischen diesen Erscheinungen werden untersucht.
Aus derselben Epoche stammt der Pragmatismus, ein Begriff, der allgegenwärtig ist und im heutigen politischen Handeln zu den Grundtugenden gerechnet wird – was nicht immer so war (bis ins letzte Viertel des 20. Jahrhunderts galten große Visionen als tugendhaft, bis die Welt endgültig entdeckt hatte, wo sie hinführen). Pragmatiker betrachten die Dinge, wie sie sind, sie lassen sich zu keinerlei Spekulationen, auch nicht über tiefer liegende Ursachen, verleiten.

Die relativ moderne Theorie der rationalen Entscheidung schreibt Akteuren grundsätzlich rationales Handeln zu und das Bestreben, größtmöglichen Nutzen aus ihrem Verhalten zu ziehen. Besonders in den Wirtschaftswissenschaften und im Börsengeschehen wird diese Theorie heftig diskutiert und immer wieder infrage gestellt.
Der Poststrukturalismus greift auf dialektische Theorien von Marx und Engels sowie die Psychoanalyse Sigmund Freunds zurück.